amo como soy! Oder: Mein Traum von der eigenen Kosmetiklinie

Schareska Antequera de Friebertshäuser

© Schareska Antequera de Friebertshäuser

Kommt dir der Titel des Artikels spanisch vor? Das soll er auch, denn „amo como soy“ ist spanisch und bedeutet so viel wie „Ich liebe mich, so wie ich bin“.

Für mich heißt es, das zu lieben, was wir können und wer wir sind. Sich darüber bewusst zu werden, was uns tatsächlich ausmacht: unsere Stärken, unsere Schönheit und das, was uns gut tut. Wenn wir all das erkennen, annehmen und ausleben, was wir wirklich sind, lässt es sich viel leichter leben. Wir sind dann mehr in unserer Mitte, gelassener und fühlen uns glücklicher und zufriedener.

Jetzt kennst du bereits mein Lebensmotto – aber vielleicht stelle ich mich erst einmal vor: Meine Wurzeln sind lateinamerikanisch - Venezuela und Bolivien haben mich gleichermaßen geprägt. Geboren bin ich in Venezuela, aber meine Eltern kommen ursprünglich aus Bolivien, deshalb fühle ich mich auch etwas bolivianisch. Seit über 20 Jahren lebe ich nun bereits in Deutschland, weil ich hier meinen deutschen Mann kennengelernt habe. Wir haben zwei gemeinsame Kinder. 2014 verwirklichte ich meinen Traum von einer eigenen Naturkosmetiklinie. Ich schreibe heute hier bei Dreampions, weil es auf dieser Plattform um Lebensträume und um Menschen, die ihren Traumberuf gefunden haben, geht. Ich habe meinen Lebenstraum gefunden, und deshalb passt meine Story wohl ganz gut hier her– aber lass mich von vorne beginnen:

Ein beruflicher Schock half mir, mein eigenes „amo como soy“ zu finden.
Mein letzter Job als Angestellte in einem mittelständischen Kosmetikunternehmen war eigentlich genau das Richtige für mich: Die Produkte, die Atmosphäre, die Tätigkeit, der Chef – alles passte perfekt. Doch dann kam eine – scheinbar – mittlere Katastrophe auf mich zu. Die Marken wurden verkauft, der Standort der Firma wurde geschlossen und alle Mitarbeiter wurden entlassen. Ich war aus privaten Gründen an Stuttgart gebunden und stand plötzlich da, ohne Job, mit zwei kleinen Kindern, und überlegte, wie es jetzt beruflich weitergehen sollte. Eine so spannende Tätigkeit wie die letzte, sowohl in Teilzeit als auch noch in Stuttgart, würde schwierig zu finden sein.

Eins war ganz klar, mein Know-how und meine Begeisterung lagen damals wie heute in der Kosmetik. Sie wurden mir praktisch schon in die Wiege gelegt, denn meine Mutter gründete ihr eigenes Kosmetikunternehmen in Venezuela als ich noch ganz klein war. So war es für mich als Kind das Größte, in den Ferien in die Firma zu gehen und dort mitzuhelfen. Produkte abfüllen, verpacken oder im Labor Proberezepturen mischen, das war für mich ein riesiger Spaß und besonders spannend. Das Testen aller Produkte war für mich als Kind das interessanteste Spiel überhaupt. Meine Mutter entwickelte die Produkte selbst und es war normal, dass sich meine Eltern mehr über Inhaltsstoffe, Produkteigenschaften und Wirkung unterhielten, als über andere, gewöhnliche Dinge.

Ich ging dort in Venezuela auf eine deutsche Schule, obwohl ich gar keine deutsche Familie hatte. Nach meinem Abitur kam ich für ein Jahr nach München, um mein Deutsch zu verbessern. Es gefiel mir so gut, dass ich hier hängen blieb und mein Studium in Betriebswirtschaft absolvierte.

Nach meinem Studium begann ich in der Kosmetikbranche zu arbeiten. Über mehrere Jahre konnte ich in drei verschiedenen, großen und mittelständischen Pflegeunternehmen in Deutschland (Haar- und Gesichtspflege sowie dekorative Kosmetik) meine Erfahrungen sammeln. Allerdings war mir nicht wirklich bewusst, welche Bindung ich tatsächlich zur Kosmetik hatte. Erst als ich einen neuen Job suchte und merkte, dass es wahrscheinlich nicht mehr in der Kosmetikindustrie sein würde, war mir klar, wie wichtig mir das doch alles war.

Die größte Chance dafür war jetzt.
Auf der Suche nachdem, was mich wirklich ausfüllen könnte, kam eine sehr starke Sehnsucht danach, im Unternehmen meiner Mutter in Venezuela zu arbeiten. Das alles, was ich als Kind erlebt hatte, was ich liebte, das Land, die Leute, die Lebenslust, gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Doch nach Venezuela umzuziehen, kam aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Letztendlich war der Lebensmittelpunkt unserer Familie mittlerweile eindeutig Deutschland geworden. Mein Bezug zur Kosmetik, ein wichtiger Teil von mir, den wollte ich aber nicht einfach aufgeben.
Ein ziemlich gewagter, aber sehr hartnäckiger Geistesblitz ließ mich einfach nicht mehr los. Dieser wurde immer stärker in mir und wuchs zu einer ausbaufähigen Idee heran. Ich wollte mein eigenes Unternehmen hier in Deutschland gründen. „Ja, träum weiter!“, dachte ich mir. So viele unlösbare Fragen kreisten in meinem Kopf. Wie soll ich das machen? Wie soll das in Deutschland funktionieren, wo alles nicht so locker läuft wie in Venezuela…? Mein innerer Kritiker war ziemlich laut, hielt mich aber nicht vom Weiter-„spinnen“ ab. Meine Lust und mein Wunsch wurden immer stärker, das Wagnis einer beruflichen Selbständigkeit einzugehen. Erfahrung und Know-how aus der Branche hatte ich viel, nur würde das auch wirklich reichen? Natürlich brauchte ich auch genügend Kapital, aber das Gute war, dass ich bei der Kündigung meines letzten Jobs eine Abfindung erhalten hatte. Diese konnte ich dafür investieren. Ich wollte einfach wissen, ob ich diese, etwas verrückte Idee auch tatsächlich umsetzten konnte. Die größte Chance dafür war jetzt!!!

Also ging es ans Pläne schmieden und ans Erarbeiten eines einprägsamen Konzeptes. Vier Jahre später, im Jahr 2014 gründete ich mein eigenes Unternehmen, das ich nach meinem Lebensmotto „amo como soy“ benannte. Mein Herzenswunsch und mein Traum waren wahr geworden. Die Produkte sind seit genau einem Jahr auf dem Markt und kommen sehr gut an. Heute arbeite ich mit einem tollen Team und wir inspirieren uns gegenseitig. Das Schönste dabei ist die vielfältige Arbeit, die freie Zeiteinteilung und die zahlreichen Kontakte zu besonders bereichernden Menschen, die ich knüpfen konnte. Mein Leben ist soooo bunt geworden und das Allerwichtigste ist, ich tue, was ich liebe.

Natürlich ist es nicht so einfach ein Unternehmen zu gründen. Man weiß im Voraus nie, ob es tatsächlich klappt. Aber ganz wichtig für mich dabei ist, die eigenen Wünsche zu kennen, ihnen zu folgen, sein Bestes zu geben und das Vertrauen darauf, dass es klappt. Es braucht ein „bisschen“ Mut und Durchhaltevermögen, aber das gilt im Übrigen für viele Lebensbereiche. Für heute ist mir wichtig, an meinem Beispiel zu zeigen, dass man Träume verwirklichen kann, wenn man das tut, was man wirklich liebt. Diejenigen von euch, die speziell an dem Thema der Unternehmensgründung Interesse haben, möchte ich gern auf meinen bald erscheinenden Folgeartikel hinweisen, der euch genau zu diesem Thema Informationen und (hoffentlich) Motivation geben wird.

Bis dahin,
deine Schareska








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