Traumjob Buchautorin


© magdal3na

Wie beginnt man einen Blog? Liest sich ein simples ‚Hallo!‘ da nicht irgendwie einfallslos, alltäglich, langweilig? Andererseits will ich auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Also dann doch so:

Hallo!

Schön, dass ihr diese Zeilen lest - und euch wahrscheinlich schon fragt, wer sie schreibt. Mein Name ist Angela Kirchner, ich bin gelernte Buchhändlerin, allerdings seit September 2013 in Elternzeit und habe Anfang diesen Jahres mein erstes Jugendbuch bei einem Verlag veröffentlicht. Seit etwas über einem Jahr stelle ich mir nun schon die Frage, ob ich denn nach Ablauf der drei Jahre in die Buchhandlung zurückkehren möchte, denn... Alles lesen... ODER: Weiter zu den aktuellen Kommentaren!

...das würde bedeuten, ich müsste die Schreiberei – meinen großen Traum, seit ich 13 Jahre alt bin – wieder an den Nagel hängen, oder aber zumindest stark einschränken. Neben Kind, Mann, Hund, Haus und einem Teilzeitjob, der auch zu Hause Einiges an Engagement verlangt (ja, Buchhändler lesen tatsächlich zu Hause!), wäre das nämlich kaum mehr zu bewerkstelligen.

Vielleicht musstet ihr schon einmal etwas aufgeben, das euch glücklich gemacht und vom kleinen Zeh bis in die Haarspitze erfüllt hat. Erinnert ihr euch daran, was für ein Gefühl das war? Ich liebe es, zu schreiben. Jetzt, da ich den Luxus genossen habe, genau das zu tun, was ich am meisten liebe, will ich es nicht aufgeben. Deshalb reifte schließlich nach intensiver Überlegungen – gemeinsam mit meinem Mann – eine Alternative in meinem Hinterkopf, die es mir nicht nur erlaubt, weiterhin daran zu arbeiten, mir meinen Traum zu erfüllen, sondern auch ganz flexibel für meine Familie da zu sein, wann immer sie mich braucht.

Was für eine Alternative das ist und wie es sich anfühlt, trotz Kind und Kegel auf ein großes Stück Sicherheit und Luxus zu verzichten, das erfahrt ihr, wenn ihr ab und zu hier hereinschaut und die Zeilen lest, die ich euch hinterlasse. Und möglicherweise fühlt sich der ein oder andere ja inspiriert und ringt sich selbst zu etwas durch, vor dem er bisher Angst hatte. Ich bin sehr gespannt darauf und würde mich freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren ein paar, viele oder auch sehr viele Worte hinterlasst!

Alles Liebe
Eure Angela






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Angela schrieb:
Ich habe gekündigt.
Vor etwas über einem Monat bin ich mit meinem Kündigungsschreiben in der Hand zu meinem Chef ins Büro gegangen - und habe gekündigt. Ganz kurz musste ich zucken, als die stellvertretende Filialleitung der Buchhandlung zu mir kam und mich fragte, ob sie mich irgendwie dazu überreden könnte, zu bleiben. Und dann habe ich mit dem Kopf geschüttelt und erst einmal eine viertel Stunde lang geheult.

Ein komisches Gefühl.

Mit einem Mal überkamen mich die Angst und die Freude gleichermaßen und ich konnte sie nicht mehr auseinanderhalten. Und ehrlich gesagt hat es auch über einen Monat gedauert, ehe ich mich wirklich darauf einlassen konnte, dass ich mich ab Ende September jetzt nur noch dem Schreiben und Texten widmen werde. Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich immer nebenher gearbeitet, vor dem Studium ein Jahr gejobbt, danach die Ausbildung. Ich war immer auf der sicheren Seite - und nun bin ich das plötzlich nicht mehr. Das hat mir wirklich einen ordentlichen Respekt eingeflöst.

Andererseits habe ich den letzten Monaten so viel gelernt von Menschen, die diesen Weg schon vor mir gegangen sind, dass ich mit Gewissheit sagen kann: Es geht immer irgendwie weiter.
Und das Allerschönste: Ich habe mit meiner Entscheidung bereits eine anderer Person aus meinem Bekanntenkreis dazu inspiriert, es mir gleich zu tun. Zwar ist sie auf einem anderen (ebenfalls kreativen) Gebiet tätig, aber das ist egal. Sie hat durch meinen Mut zu ihrem gefunden. Was für ein Lob!

Inzwischen bin ich überglücklich mit meinem Entschluss und genieße jeden Tag, den ich mir selbst einteilen kann. Mein Motto "What about now" hat sich also bereits bezahlt gemacht. :)
Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr findet ebenfalls den Mut, eure Träume zu verwirklichen.
Eure Angela


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Angela schrieb:
Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den letzten Monaten gelesen habe, dass es immer auch Neider (oder gar Hater) gibt, wenn man seinen Weg geht. Wenn man etwas wagt, dass sich andere nicht trauen oder das andere nicht gutheißen.
Stimmt, das kann ich ab heute aus eigener Erfahrung bestätigen. Und ich weiß noch nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Obwohl, doch, ich weiß es sehr wohl, lerne aber noch, es umzusetzen. Marina Friess, die Gründerin vom Feminess (die hier auf dem Portal übrigens eine Artikel-Serie gestartet hat), hat da eine schöne Herangehensweise:

"Konstruktive Kritik nehme ich gerne an. Wenn sich aber Menschen nie damit beschäftigt haben, was ich tue, dennoch Kritik daran üben und damit teils unter die Gürtellinie zielen, übergehe ich das. Was helfen mir negative Menschen in meinem Umfeld? Nichts. Ich umgebe mich lieber mit positiven Menschen, die mich in meinem Tun bestärken." (Kein O-Ton, aber sinngemäß.)

Schöne Aussage. Wenn man dann aber - auch noch auf einem (un?)sozialen Netzwerk, wie treffend - von Leuten auf die eigene Arbeit angesprochen und mit Vorurteilen überhäuft wird, wenn man tatsächlich einmal angegriffen wird, muss man sich wirklich anstrengen, diesen Vorsatz nicht zu brechen. Ich habe den Vorsatz gebrochen und habe auf die Kritik reagiert. Leider. Denn die einzige Erkenntnis war, dass ich es nicht hätte tun sollen. Konstruktiv war keine Minute dieses "Gesprächs", eher zermürbend und - hm - verwirrend.
Warum ich reagiert habe?
Keine Ahnung. Vielleicht, weil es verdammt weh tut, wenn Menschen sich ein Urteil über dich erlauben, obwohl sie dich nicht kennen. Es tut weh, als Abschreiber, Nachmacher, "lahm" und "öde" bezeichnet zu werden, obwohl man sein ganzes Herzblut in eine Sache steckt. Obwohl diese Person nicht eine (!) Zeile von mir gelesen hat.
Starkes Stück.

Egal. Ich will mich hier auch gar nicht länger darüber auslassen. Jede Sekunde ist eigentlich zu viel, jeder Buchstabe kann besser verwendet werden. Aber bei diesem Aktiv-Blog geht es ja darum, euch an wirklich jeder Erfahrung teilhaben zu lassen, auch den schlechten.

Ich werde mich jetzt wieder darauf konzentrieren, mich mit positiven Leuten zu umgeben, werde mir konstruktive Kritik zu Herzen nehmen und mich meiner Arbeit widmen. Die ich im Übrigen trotz allem abgöttisch liebe. Solche Kommentare machen das Leben doch eigentlich erst spannend, Oder? ;)


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Angela schrieb:
Puh, was für ein Stundenplan die letzten beiden Wochen! Was für ein Leben, wenn gefühlt fünfzig Dinge zugleich auf dich einströmen und du bei jedem denkst: Yes, mehr davon! Großartig.

Zunächst einmal: Lieber Paul, du musst dich nicht entschuldigen! Wie du siehst, kann auch nicht immer sofort antworten. Aber jetzt habe ich ein klein wenig Zeit und möchte deshalb gern auf eine deiner Fragen eingehen.

Das Handwerk des Schreibens
Ich muss allen anderen Dingen voran erwähnen, dass genau das immer mein größtes Problem war, deshalb kann ich Unsicherheiten diesbezüglich sehr, sehr gut nachvollziehen. Unendlich viele Geschichten habe ich begonnen, indem ich mich einfach hingesetzt und losgelegt habe, weil ich die Idee einer Figur im Kopf hatte. Nach spätestens zwei Monaten kam ich dann IMMER an einen Punkt, der mich ins Stocken brachte. Es hakte stets an anderen Ecken, mal waren es die Charaktere selbst - wobei ich die im Voraus wirklich äußerst genau skizziert habe -, aber meist hing ich beim Plot fest. Nichts konnte ich zu einem Ende bringen. Aus dieser Unsicherheit - und zunehmend auch Unzufriedenheit - wuchs schließlich meine Entscheidung, mir einen Schreibkurs zu gönnen. In Bezug auf die Sprache und das Schreiben selbst hatte ich nie Probleme, das ging mir stets leicht von der Hand. Doch die Hintergründe, das Handwerk, Tipps zur Entwicklung von Ideen - all das fehlte mir. Also meldete ich mich zu einem Fernstudium an der Schule des Schreibens im Kurs Kinder-/Jugendliteratur an, erhoffte mir das Erlernen von Tricks für die so dringend notwendige Vorarbeit (vor der eigentlichen Arbeit), und erhielt sie auch zu gewissen Teilen. Natürlich kann ein Fernstudium nie das vermitteln, was persönlicher Kontakt vermag, deshalb war ich über die kurz darauf erfolgte Zusage vom Online-Portal Oetinger34 (einem Imprint vom Kinderbuchverlag Friedrich Oetinger) sehr angetan. Hier kann man zusammen mit anderen Kreativen Projekte entwickeln, und genau das war es, was letztendlich den Knoten zum Platzen brachte. Hier fand ich ehrliche und ernst gemeinte Kritik, an der ich wachsen konnte und nach wie vor kann.

Lange Rede, kurzer Sinn:
- Das Handwerk ist dringend, dringend notwendig, um schreiben zu können. Auf welchem Weg man sich dieses Handwerk aneignet, liegt bei jedem selbst. Es gibt hervorragende Schreibratgeber (beispielsweise von Stephen King), die auf die einzelnen Themen teils sehr intensiv eingehen. Da lohnt sich eine Recherche ganz sicher.
- Kritikfähigkeit ist eine der Grundvoraussetzungen, um in diesem Business (ja, Business) bestehen zu können. Wenn man die Freundin/Frau oder den Mann/Freund lesen lässt, mag das zwar bereits ein Stück weit helfen, doch wirklich objektiv sind solche Personen nie. Sie haben Angst, dich zu verletzen und halten sich deshalb oft zurück.
- Schreiben, Schreiben, Schreiben. Um besser im Schreiben zu werden, musst du genau das immer wieder tun: Schreiben. Am besten jeden Tag. Und Lesen. Dabei lernst du unterbewusst nicht nur ganz viele Kniffe anderer Autoren kennen, du kannst auch deren Figurenentwicklung schön nachvollziehen und wie sie den Plot voranbringen. Außerdem erweitert es deinen Wortschatz ganz ungemein. Ebendieser Wortschatz ist nämlich das wichtigste Arbeitsmittel überhaupt.

Zum Schluss noch ein anderer Tipp:
Ehe du dich an die Figurenentwicklung machst, solltest du dir ein Thema überlegen. Das Hauptproblem muss feststehen, lange bevor du deine Figuren außen um dieses Problem herum drapieren kannst.
Bei einer Biografie beispielsweise steht das Thema fest. Aber nur zu sagen "Ich will über den zweiten Weltkrieg" schreiben, reicht nicht. Über was genau? Kriegstaktiken? Verlust und Tod? Politische Veränderungen? Hoffnung in schweren Zeiten? Hunger, Armut, Krankheit?
Über. Was. Genau?
Also zunächst einmal muss der Grundkonflikt gesetzt sein. Wenn du diesen bereits im Kopf hast, muss die Lösung des Konfliktes her. Auch hier gilt noch: Figuren kommen später. Wie soll das Problem angegangen werden? Endet die Geschichte gut oder schlecht?

So, jetzt muss ich ganz schnell meinen Sohn vom Kindergarten abholen. Aber ich melde mich bald wieder mit weiteren Tipps - und auch weiteren Neuigkeiten zum Thema Traumjob. Die gibt es nämlich (ich darf nur noch nicht wirklich darüber sprechen, also psssst!).

Alles Liebe euch allen
Angela


Paul schrieb:
Liebe Angela,
vielen Dank für deine schnelle Antwort und sorry für meine späte Antwort. Ich war beruflich stark eingespannt, eine Problematik, die auch meinem Schreiben nicht zuträglich ist und für die ich noch eine Lösung finden muss.

Die Einsamkeit und die allgemeine Schwierigkeit des Schreibens sind Erfahrungen, die ich auch gemacht haben und mich nicht abschrecken, ein größeres projekt anzugehen. Für mich sind es eher auch die technischen Fragen, zB wie du die Figuren skizzierst, die mich sehr interessieren. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf deine weiteren Blogeinträge. Beste Grüße, Paul


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Angela schrieb:
Lieber Paul!

Schreiben ist schwer. Nein, falsch. Schreiben ist IRRE schwer. Wahrscheinlich wäre es nicht so schwer, wenn es nicht darauf ankommen würde, sich möglichst wenig ablenken zu lassen. Denn Schreiben ist vor allem eins: ein verdammt einsamer Job. Du sitzt nämlich - wie du bereits angemerkt hast - Stunden um Stunden ALLEIN am Schreibtisch, recherchierst Ideen, skizzierst Figuren, plottest deine Story. Und irgendwann schreibst du die Geschichte und sitzt währenddessen wieder alleine da. Wenn dann alles soweit passt, dass du denkst, jetzt könnte das Ding dann auch endlich mal ein Ende haben, gehen Lektoren drüber und du fängst quasi von vorne an. Ganz. Von. Vorne.

Das klingt jetzt alles ganz furchtbar anstrengend und nervig und so gar nicht erstrebenswert. Das stimmt nur zum Teil. Ja, es ist anstrengend, und ja, oft ist es nervig. Aber erstrebenswert ist es trotzdem. Es ist eine Arbeit, bei der du sich sehr intensiv mit dir selbst auseinandersetzen musst, jedoch auch mit anderen Personen - fiktiven oder auch realen, je nachdem -, der Vergangenheit, der Zunkunft. Bereits beim Schreiben meines ersten Buches bin ich deshalb oft an meine Grenzen gestoßen. Dennoch würde ich auf die Frage hin, ob es sich denn gelohnt hat, immer wieder "JA!" rufen. Hat es.

Wenn du jetzt nach wie vor wissen möchtest, wie die ganze Sache genau abgelaufen ist, erstelle ich demnächst gerne einen längeren Kommentar, in dem ich alles (und das möglichst, ohne euch zu langweilen) aufdrösele. ;)


Paul schrieb:
Hallo Angela,

auch ich träume schon lange vom eigenen Buch. Allerdings habe ich großen Respekt vor dem Zeitaufwand und den einzelnen Phasen, die solch ein Projekt (in meiner Vorstellung) durchläuft. Vielleicht könntest du in einem deiner nächsten Posts beschreiben, wieviel Zeit dich dein erstes Buch gekostet hat für die Ideenfindung, die geistige Gliederung, die Verlagssuche, die Korrekturen ... im Vergleich zum eigentlichen Schreiben, an das man ja zunächst nur denkt. Vielen Dank und ich bin gespannt. Beste Grüße.


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Angela schrieb:
Hallo, Lissi!

Freut mich, dass ich deine Neugier wecken konnte. :)
Ich schreibe vorrangig realistische Jugendbücher, habe meinen ersten Roman Anfang des Jahres bei Oetinger34 veröffentlicht und sitze aktuell am nächsten. Nebenher texte ich für verschiedene Online-Plattformen und schreibe als Ghostwriterin für viel beschäftigte Leute Erfahrungsberichte.
Much stuff - aber es macht so unglaublich viel Spaß! Seit ich 13 Jahre alt bin, schreibe ich, und erst in der Elternzeit habe ich es geschafft, mich tatsächlich einmal richtig darauf zu konzentrieren. Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden, meinen sicheren Job an den Nagel zu hängen und versuche jetzt, mir meinen Traum von einem Einkommen aus der Schreiberei zu erfüllen.

Beste Grüße
Angela


Lissi schrieb:
Hallo Angela - deine Vorstellung hat mich neugierig gemacht. Was schreibst du denn so?


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Angela schrieb:
Ich habe mich entschieden, mir ein Motto zuzulegen. Etwas, das mich antreibt auf meinem Weg zur Erfüllung meines Traums, wenn ich gerade wieder einmal an einer Wegbiegung stocke, mich die Motivation kurz im Stich lässt oder ich einfach nicht weiter weiß. Kommt ja vor, und zwar nicht zu selten. Tiefs sind dazu da, die Hochs schätzen zu lernen.

Mein Motto lautet also nun "What about now?"
Wie wär's mit jetzt? Jetzt den Mut fassen, jetzt den nächsten Schritt wagen, jetzt eine Entscheidung fällen? Außerdem kann man aus der Abkürzung WAN im Bedarfsfall auch ganz schnell ein "What about NO?" machen.
Wie wär's mit nein? Nein zum Aufgeben, nein zur Idee, meinen Traum für andere abzuändern, nein zum Nein?

What about now?



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