„Am Ende sagt dir keiner, ob es richtig oder falsch ist“

Jans Weg in die Selbstständigkeit


© Jan Bartel - SHAREaCAMPER GmbH

Mein Name ist Jan, ich bin 34 Jahre alt und ich habe mir vor zwei Jahren meinen Traum erfüllt, indem ich das Unternehmen „SHAREaCAMPER“ gegründet habe. Ich möchte euch an meinem Weg in die Selbstständigkeit teilhaben lassen und euch dazu ermutigen, eure eigenen Träume ernst zu nehmen und zu verfolgen. Viel Spaß!

Wie der Traum entstand
Nachdem ich mein BWL-Studium an der WHU – Otto Beisheim School of Management in einem kleinen Örtchen namens Vallendar bei Koblenz abgeschlossen hatte, fing ich an, für eine Unternehmensberatung zu arbeiten. Von dort aus wechselte ich nach knapp vier Jahren zu einem großen deutschen Kabelnetzbetreiber. Der Geschäftskundenbereich des Unternehmens wurde zu der Zeit neu aufgebaut und so bot sich mir die Möglichkeit, als Business Development Manager und später als Sales Director für Deutschland den Aufbau des „Start-Ups im Unternehmen“ aktiv mitzugestalten. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass mir die unternehmerische Aufbauarbeit sehr viel Spaß macht und mich inspiriert. Etwas Neues, Eigenes zu schaffen, war seitdem etwas, das ich in meinem Beruf gerne weiterverfolgen wollte. Der Bereich wuchs sehr schnell und mit zunehmender Größe kamen neue Regelungen hinzu, wodurch sich meine Tätigkeit veränderte. Die Mühlen mahlten nun langsamer, wie man so schön sagt. Diese Veränderung nahm ich zum Anlass, zu hinterfragen, was ich eigentlich vom Leben will. Relativ schnell habe ich festgestellt, dass ich eine Veränderung brauchte. Meine damalige Tätigkeit erfüllte mich nicht mehr.

Ich habe mich dann gefragt, was eigentlich meine Hobbys sind und was mir Spaß macht. Ich lerne gerne die Welt kennen, am liebsten im Camper und mit meinem Surfbrett im Gepäck. Da man einen Surfshop schlecht international skalieren kann, gingen meine Überlegungen weiter in Richtung Camping. Auf jeden Fall sollte es etwas sein, das mir später die Möglichkeit gibt, Länder zu bereisen, die ich interessant finde und immer schon kennenlernen wollte, wie z.B. Australien, Neuseeland, Kanada oder die USA. Ich musste irgendetwas finden, das Potenzial besitzt – und da kam „Campersharing“ wie gerufen. Beim Campersharing werden Wohnmobile, Wohnwagen und Campervans von privat an privat vermietet – wie bei Airbnb, nur für Camper. Da Wohnmobile in der Anschaffung sehr teuer sind und darüber hinaus relativ selten von den Besitzern genutzt werden, sind sie perfekt für die Vermietung geeignet. Außerdem zeichnete sich der Markt durch eine Nachfrage aus, die weit über das Angebot hinausgeht. Die Idee von „SHAREaCAMPER“ war geboren – eine Plattform, die Camper-Besitzer und -Suchende zusammenbringen soll.

Die Anfänge …
Die Geschäftsidee für mein Start-Up hatte ich nun, doch tolle Ideen haben viele. Jetzt ging es darum, diese in die Tat umzusetzen. Am Anfang des ganzen Prozesses dachte ich nur: „Willst du wirklich alles aufgeben? Die Führungsposition, die humanen Arbeitszeiten, das hohe Gehalt? Dein ganzes Gespartes in ein Unternehmen stecken, um am Ende bei der Hälfte deines jetzigen Gehalts wieder rauszukommen?“ Kein Wunder, dass der Schritt in die Selbstständigkeit für viele zu riskant ist. Doch mein Traum war es, mir etwas Eigenes aufzubauen, also sagte ich mir: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, und entschied mich dafür.

Es heißt ja, dass neun von zehn Start-Ups innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre scheitern und dass man ein Unternehmen nicht mal ebenso nebenbei gründen kann. Doch genau das tat ich anfangs. Und so verlief die Planung meines Unternehmens das erste halbe Jahr parallel zum Beruf. Es begann eine extrem arbeitsintensive Zeit, was wohl auch damit zu tun hatte, dass ich „SHAREaCAMPER“ in Deutschland, Neuseeland und Australien gleichzeitig an den Start bringen wollte. Ich stand morgens um 5:00 Uhr auf und telefonierte mit Australien und nach meiner Arbeit so gegen 18:00 oder 19:00 Uhr dann in die USA, um meine Website aufzusetzen. Da konnte man schnell den Überblick verlieren – und deswegen entschied ich mich dafür, einen Partner mit ins Boot zu holen. Ich durchforstete das Alumni-Netzwerk meiner ehemaligen Universität und stieß schließlich auf Florian, der zu der Zeit in Australien arbeitete. Ich entschied mich, ihn anzuschreiben und ihm von meiner Geschäftsidee zu erzählen. Drei Wochen später standen wir dann beim Notar, um das Unternehmen „SHAREaCAMPER“ zu gründen.

Nach der Gründung musste der Markt erkundet werden. Außerdem mussten wir uns um Formalitäten, wie z.B. die Eröffnung von Bankkonten, kümmern und wollten erste Gespräche mit potenziellen Partnern und Investoren führen – der perfekte Anlass für einen Roadtrip. Auf unserem dreiwöchigen Trip im gemieteten Wohnmobil erkundeten wir Neuseeland und Australien und lernten dabei unser heutiges Team in den jeweiligen Ländern kennen. Auch wenn die ganze Reiserei sehr kräftezehrend und natürlich Arbeit und kein Urlaub war, machte es viel Spaß und führte letztendlich auch zum gewünschten Ergebnis. Eine Art Belohnung für die ganze Tüchtigkeit.

Und heute?
Mittlerweile sind seit der Gründung von „SHAREaCAMPER“ zwei Jahre vergangen. Florian und ich haben über 30 Mitarbeiter in drei Ländern – Deutschland, Neuseeland und Australien. Auf unserer Plattform treffen begeisterte Abenteurer und Menschen, die Camping einmal ausprobieren möchten, auf über 600 Camper-Besitzer, die nicht nur ihr Fahrzeug, sondern auch ihr Insider-Wissen mit den Mietern teilen. Und weitere Projekte stehen bereits in den Startlöchern. An der Arbeitslast hat sich bisher nicht viel geändert. Ich bin immer noch um kurz nach sechs im Büro und abends der, der das Licht ausmacht. Aber unterm Strich mache ich es gerne, weil mein Unternehmen „SHAREaCAMPER“ wie ein eigenes Baby für mich ist und ich weiß: Wenn ich etwas nicht tue, dann tut es keiner. Eine Vorstellung, die auf meinem bisherigen Weg sehr motiviert hat. Natürlich gab es auch Zeiten, in denen es knapp war und ich nicht wusste, ob ich in der Lage sein würde, die Gehälter für den nächsten Monat zu bezahlen. Es wird auch noch etwas dauern, bis wir unsere Kosten mit Erlösen aus dem operativen Geschäft tragen und break-even sind. Trotzdem haben wir bisher deutlich mehr geschafft, als ich anfangs für möglich gehalten habe und darauf bin ich sehr stolz! Erst kürzlich haben wir eine Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro gewinnen können. Unser Ziel ist noch lange nicht erreicht, aber „SHAREaCAMPER“ befindet sich auf einem guten Weg und meinen Traum von der Selbständigkeit habe ich mir bereits erfüllt!

Was mich betrifft, mein Leben hat sich seit der Gründung grundlegend verändert. Auch wenn ich in meinem Beruf als Angestellter viel Verantwortung trug – mir wurde zu jeder Zeit vorgegeben, „wohin die Reise gehen soll“ und ich bewegte mich immer innerhalb eines festgelegten Handlungsrahmens. Das hat sich jetzt geändert. Es sagt mir keiner, was ich zu tun oder zu lassen habe und welche Entscheidungen die richtigen sind. Jemals wieder als Angestellter zu arbeiten, kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich nur noch Start-Ups gründen.

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Jan von „SHAREaCAMPER“






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