Maravich, Gait, Fosbury: Unvergessene Legenden und ihre Nachricht


© Kovalenko Inna

Profi – Star – Champion – Legende.
Das ist die Karriereleiter im Sport: Wenn du hart genug trainierst, magst du einer der Wenigen werden, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Deine persönlichen Statistiken können dich zu einem Star in der Liga machen. Wenn du dein Team dann noch zur Meisterschaft führst, hast du es bis zum Champion gebracht. Aber Legende? Wie schaffst du diesen letzten Schritt?

Champions sind in ihrer Ausführung überragend und sie sind erfolgreich. Legenden sind dies oft auch, vor allem aber sind sie besonders. Sie sind oft kreativ und immer irgendwie anders. Sie beeinflussen nicht nur die Siegerlisten sondern sie prägen ihren Sport für Jahre und Jahrzehnte.

Die Gait-Brüder zelebrieren ein neues Lacrosse
Ein besonderes Beispiel ist Gary Gait – eine, wenn nicht DIE Legende des Lacrosse Sports. Gait gewann im Universitätssport, in der Profiliga und mit der kanadischen Nationalmannschaft reihenweise Meisterschaften und individuelle Auszeichnungen. Er ist deutlich einer der größten Champions, die es im Lacrosse je gegeben hat. Zur Legende wurde er allerdings durch seine bisher unbekannten Wurftechniken und seinen spektakulären Spielstil.

Lange war Lacrosse in den USA ein Insidersport gewesen, doch plötzlich war Lacrosse in aller Munde. Zehntausende Zuschauer besuchten die Spiele der Syracuse-Universität, um das spektakuläre e Spiel zu sehen, das Gary und sein Zwillingsbruder Paul zelebrierten. Pässe hinter dem Rücken, der Alley-Oop, bei dem Gary den Lobpass seines Bruders im Sprung annimmt und in der gleichen Bewegung ins Tor schmettert oder der später verbotene Air-Gait, bei dem Gary aus dem Bereich hinter dem Tor kommt und den Ball im Flug seitlich oder von oben am Torwart vorbei unterbringt. Gerade diese Vorstellungskraft und Kreativität war es, die die Gait-Brüder zu Legenden machte: Sie begeisterten die Massen und prägten ihren Sport, auch weit über ihr eigenes Karriereende hinaus.

Auf einem anderen Weg in die Geschichtsbücher und Zuschauerherzen
Pete Maravich ist vermutlich das Pendant der Gaits für den Basketball-Sport: Seine Kreativität und Wurfsicherheit aus allen Lagen begeisterte die Zuschauer. Zu seinen Unizeiten wollte jeder Amerikaner einmal „Pistol Pete“ live erlebt haben und plötzlich interessierten sich ganz neue Zuschauergruppen für den Basketballsport. Pistol Pete prägte einen Boom und dass über sein Leben mehrere Biografien und ein Film erschienen zeigt, wie populär er auch heute noch ist – eine Legende, die kein Champion war, da seine Teams nur bedingt erfolgreich waren, dessen Tricks und Scoringrekorde aber auch heute noch Bewunderung hervorrufen.

Wer sind die letzten 4 Olympiasieger im Hochsprung? Wenn du es aus dem Kopf weißt, melde dich unter kontakt@dreampions.de bei uns. Ich nehme an, dass es nicht viele Reaktionen geben wird. Diese Champions waren erfolgreich, sprangen vielleicht sogar Weltrekord, doch geprägt wurde ihr Sport durch Dick Fosbury, den bis dahin relativ unbekannten US-Amerikaner, der 1968 in Mexiko olympisches Gold gewann. Anstatt den gängigen Straddle-Stil zu perfektionieren ging Fosbury einen anderen Weg als seine Konkurrenten: Er entschied sich für Revolution statt Evolution, entwickelte seine eigene Technik und sprang einfach mit dem Rücken zur Matte über die Hochsprungstange. Wenig später wurde dieser Flop-Stil von den meisten Springern kopiert und ist noch heute, also fast 50 Jahre später, die anerkannte Sprungtechnik. Soviel zum Prägen eines Sports.

Warum ist die Erinnerung an diese Legenden relevant?
Jeder von uns hat täglich die Möglichkeit sich zu entscheiden, was er im Leben erreichen und was er hinterlassen möchte. Ist es Erfolg? Wenn ja, welche Art von Erfolg? Im Vergleich zu anderen, durch einen Eintrag in den Rekordbüchern oder durch Popularität bei Fans und Medien? Sind Geld und Reichtum das Ziel? Ist es persönliche Zufriedenheit, Gelassenheit oder die Abwesenheit von Stress? Jeder sollte irgendwo seine eigene Definition entwickeln, was er im Leben erreichen möchte und was ihm wichtig ist.

Legenden haben mindestens eine Gemeinsamkeit: Anstatt andere zu kopieren und dann überholen zu holen, kreieren sie ihren eigenen Weg. Anstatt in ausgetretene Fußstapfen zu treten, fordern sie die etablierten Prozesse heraus und prägen dadurch Gegenwart und Zukunft. Was heute spielerisch und leicht wirkt, war für sie anfangs sehr harte Arbeit – doch ihre Begeisterung und Kreativität waren groß genug um durchzuhalten.

Nicht jeder kann wie Gary und Paul Gait oder Pete Maravich die Entwicklung einer Sportart prägen. Nicht jeder kreiert wie Rappers Delight mit seinem einzigen großen Hit einen Musikstil für Jahrzehnte. Doch jeder kann in seinem Bereich versuchen, einen Legende zu werden, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen und einen eigenen Weg zum persönlichen Erfolg zu finden.

Und zu versuchen, dass sich die Menschen später an einen erinnern, ist doch ein Lebenstraum, für den sich das tägliche Aufstehen lohnt, oder?

Wer sind deine Legenden, die du in diesem Artikel vermisst hast? Was zeichnet sie aus? Diskutiere mit beim Thema „Legenden“.






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Johannes schrieb:
Chuck Berry gehört auch in diese Gruppe. Viele halten Elvis für den Auslöser der Rock-Musik. Tatsächlich aber prägte Chuck diesen Stil, und tut es bis heute.
Super Artikel übrigens.


Foto

Gabe3 schrieb:
War zwar vor meiner Zeit, aber die Gait Brothers haben LaX bis heute geprägt. "Legenden" ist da schon ein guter Begriff!
Johan Cruyff hätte gut in den Artikel gepasst: Hat es nicht selbst bis zum Weltmeister geschafft, aber prägt den Fußball bis heute und wird dies (auch nach seinem Tod) noch lange weiter tun, nicht zuletzt durch alle seine Schüler, die er geprägt und entwickelt hat.



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