Erfolg als Songwriter oder Casting-Star?

Alexandra Eigendorf


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Casting-Shows sind in Deutschland – genau wie in meiner Wahlheimat, den USA – seit Jahren ein großes Thema. Viele Leute sehen sie als Sprungbrett an und denken, wenn sie gut singen können, dann kommt eines Tages ein Manager oder Produzent vorbei und macht sie zum Star. Es ist richtig, dass heutige Stars wie Kelly Clarkson durch eine Casting-Show entdeckt wurden. Auch sind die Teilnehmer vom ersten Tag an Millionen von Zuschauern bekannt und bekommen früh professionelle Unterstützung, aber es gibt auch Nachteile: Die Sänger werden durch die Shows schnell berühmt gemacht, aber wenn die Show vorbei ist, kommt die nächste Show. Oft verlieren die Fans dann das Interesse und nach ein bis zwei Jahren ist die Karriere vorbei. Jeder muss es selbst entscheiden, aber für mich kam dieser Weg nicht infrage.

Meine Eltern sagen, ich habe gesungen bevor ich sprechen konnte. Mein Papa ermutigte mich früh dazu, Klavier und Gitarre spielen zu lernen und mit 11 Jahren begann ich neben der Schule eine Gesangsausbildung. Musikalisch war ich also breit aufgestellt – vielleicht ein Grund dafür, warum ich immer selbst kreativ sein und meine eigenen Songs schreiben wollte anstatt zu singen, was andere geschrieben hatten.

Mein Ziel ist es, Songs in den Charts zu platzieren – sowohl eigene Lieder, die ich selbst singe, aber auch welche, die ich für andere Künstler schreibe. Gerade das Songwriting ist für mich sehr wichtig. Ich sehe mich als Musikerin. Mir geht es nicht in erster Linie darum, berühmt zu werden, sondern ich möchte die Menschen berühren und Lieder schreiben, die andere hören wollen. Deshalb beschloss ich auch, mich stärker in Richtung Country zu entwickeln. Country-Musik hat ihren ganz eigenen Klang, der sehr natürlich und authentisch ist. In den Songs werden oft auf sehr ehrliche Art Geschichten erzählt. Das mache ich auch in meiner Musik und ich habe das Gefühl, der Stil passt zu mir.

In Nashville, der Country-Hauptstadt von Amerika, habe ich gerade mein erstes Album aufgenommen, an dem ich seit vielen Jahren gearbeitet habe. Es ist sehr authentisch geworden. Das sind wirklich meine Songs. Die Leute glauben, was ich zu sagen habe, weil sie spüren, dass es echt ist. Ich freue mich unheimlich darauf, wenn ich es im April endlich veröffentlichen kann. Es ist ein wirklich tolles Gefühl, mit eigenen Songs auf der Bühne zu stehen. Einerseits fühle ich mich sehr verletzlich, da ich in meinen Songs sehr persönliche Geschichten erzähle und so einen Teil von mir präsentiere. Andererseits ist es toll, wenn Menschen hinterher auf mich zukommen, die sich in meiner Musik wiederfinden, die das gleiche gefühlt haben und denen meine Texte Mut machen.

Während der Traum von meinem ersten Album kurz vor der Umsetzung steht, entwickle ich mich als Songwriterin weiter. Ich dachte mir irgendwann: Wenn mein Ziel ist, einen Top 40-Hit zu schreiben, dann ist es das Beste, ich schreibe Songs gemeinsam mit Leuten, die das schon einmal geschafft haben. Ich schrieb mir meine 70 Lieblingssongs auf – von Katy Perry, über Kelly Clarkson zu Taylor Swift –, schaute, wer diese Songs geschrieben hat und kontaktierte dann über 70 Songwriter, um sie zu fragen, ob sie mit mir arbeiten würden. Die Idee ist natürlich simpel, aber etwa jeder Fünfte schrieb mir zurück. Das heißt, von 80% der Leute hörte ich nichts, aber ich habe jetzt Kontakt zu 15 der besten Songwriter in meiner Musikrichtung. Auf diesem Weg lernte ich z.B. Nick Turpin kennen, der auch für Justin Bieber produziert hat, und er stimmte zu, mit mir gemeinsam Songs für andere Künstler zu schreiben.

Ehrliche Songs kann ich selbst in meinem Zimmer mit meiner Gitarre schreiben. Aber kann ich alleine Hits schreiben? Erfahrene Songwriter packen ganze Geschichten in 2 Strophen und 3 Minuten. Sie wissen, wie man das Publikum erreicht, worauf man achten muss. Für den großen Erfolg reicht es manchmal nicht, Musik zu machen, die einem am Herzen liegt. Sie muss von Herzen sein, aber auch so präsentiert werden, dass es für das Publikum verdaubar ist und ankommt. Deshalb scheibe ich mit Leuten, die Songs geschrieben haben, die ich toll finde. Von denen lerne ich sehr viel – und lernen ist mein Ziel.

Damit schließt sich der Kreis zu meinen anfänglichen Kommentaren über Casting-Shows: In diesem Geschäft wird niemand zum Star gemacht. Jeder muss sich selbst entwickeln und an sich arbeiten. Die Chance, einfach entdeckt und groß herausgebracht zu werden, ist unglaublich gering. Die meisten Leute, die es im Musik-Geschäft schaffen, sind auch tolle Songwriter. Wer vor allem singen kann, der kann den Weg sicher am besten über eine Casting-Show schaffen. Ich möchte ein ganzes Musik-Leben führen. Dafür fange ich lieber langsam an und entwickle mich stetig weiter. Und ich bin mir sicher, dass das Beste noch kommt…


Weiterlesen:
Mehr über Alexandra und ihren Weg in die Charts im Dreampions-Buch.
Videos zu Alexandras aktuellen Songs „Trouble“ und „Everybody's Pretty When They're 18“
Alexandra lebt seit 3 Jahren in Los Angeles - Dean Walle schreibt darüber: „Leben in Los Angeles“
Du liebst Musik? - „Klavierspielen lernen mit Mitte 30 – eine Schnapsidee?“.


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Baron21 schrieb:
Charly, alles Gute auf deinem Weg, den ich sicher verfolgen werde.
"Trouble" gefällt mir sehr gut und ich freue mich auf das Album!
Aus meiner entfernten Sicht muss sicher auch das eigene Können bei der Frage "Eigener Weg oder Casting-Show" berücksichtigt werden. Wenn ich kein Instrument kann oder mir auch die Gesangausbildung fehlt, ist der eigene Weg nicht nur schwierig sondern wohl unmöglich. Da ist das Casting mehr als nur ein short-cut sondern der einzig mögliche Weg, um überhaupt ins Fernsehen zu kommen.
Und eigene Lieder schreiben geht ohne Notenkenntnis auch kaum, so dass ja auch nur das Nachsingen bekannter Titel bleibt ... und da höre ich meist lieber das Original.
Also wie gesagt: Viel Erfolg - denke, das ist ein guter Weg, den du gewählt hast.



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