Fashionblogger streetandgentle: 'Geh deinen eigenen Weg!'


© Philipp Hehmann (streetandgentle)

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Einen erfolgreichen persönlichen Blog bei Instagram führen – diesen Wunsch hegen viele, wie viel Arbeit und Engagement jedoch dahintersteckt, wissen die meisten vermutlich nicht. Philipp, 24 Jahre, ist Student und hat mit 196.000 Followern unter dem Namen streetandgentle bei Instagram einen der erfolgreichsten „Men-Fashion“-Accounts in Deutschland.

Er weiß genau, dass es nicht damit getan ist, einfach ein beliebiges Foto hochzuladen, sondern dass es viel Arbeit bedeutet sich ein Standing bei Instagram oder überhaupt im Internet zu erarbeiten. In einem Interview beantwortet er interessante Fragen über seinen Blog:

Seit wann hast du deinen Instagram Account online und wie bist du dazu gekommen?

Meinen Instagram Account habe ich ungefähr seit zwei Jahren, aber erst im Februar 2015 habe ich angefangen Bilder zu machen die nicht 08/15 sind. Damit meine ich, dass ich das erste Mal raus auf die Straße gegangen bin und mich von jemand anderem habe fotografieren lassen.

Die Story dahinter, warum ich das überhaupt gemacht habe, ist recht lustig. Ein Freund zeigte mir ein Bild mit einem Typen drauf, der seiner Meinung nach ein „cooles“ Outfit anhatte. Ich dachte mir aber, dass kann ich auf jeden Fall besser. Dieser Freund sagte daraufhin: „Dann mach das doch und laber‘ nicht nur“. – Ich würde sagen, die Wette habe ich gewonnen...

Ab wann hast du gemerkt, dass dir nicht nur Freunde bei Instagram folgen, sondern dein Account für viele junge Männer als Inspirationsquelle in Sachen Mode wurde?

Mein zweites Bild, das jemand anderes von mir gemacht hat, ist lustigerweise direkt auf MenWithStreetstyle gelandet. Zuerst habe ich nicht verstanden, warum so viele neue Follower dazu kamen. Es war ein dummer Zufall, dass Daniel von MenWithStreetstyle, den ich mittlerweile auch gut kenne, mein Bild auf seinem Account repostet hatte. Was ein Repost oder eine Markierung auf einer anderen Seite genau bedeutete, war mir anfangs gar nicht wirklich klar.

Durch den Zuspruch der neue Follower habe ich gemerkt, dass meine Idee, Stylings mit Settings auf der Straße zu verbinden, die Wirkung von Outfits noch mehr betont. Über Instagram Direct oder auch durch die Kommentare unter den Bildern kamen viele Nachfragen, woher die einzelnen Teile sind, weil viele die Sachen nachkaufen wollten. Zuerst war das natürlich total komisch für mich, dass andere meinen Style selbst tragen wollen. Aber jetzt macht mir das total Spaß und ich finde es toll, andere mit meinen Outfits zu inspirieren.

Woher holst du deine Inspirationen für deine Outfits?

Schwierig! – Inspiration ist überall. Ich bin noch gar nicht so lange modeinteressiert. Mit 18 bin ich auch noch rumgelaufen wie der letzte Horst (lacht). Erst mit 19/20 habe ich mal durch eine GQ geblättert oder im Internet durch Onlineshops gestöbert.

Ich muss aber auch sagen, dass sich mein Style im Laufe der Jahre sehr verändert hat. Es gab natürlich eine Phase, in der ich nur Labels wie Gucci oder Louis Vuitton cool fand – mehr so die „Prollo-Schiene“. (lacht) Ich bin aber froh, dass diese Schiene durch ist. Mittlerweile kombiniere ich auch „Luxury Items" mit H&M und Zara. Ich bin darauf aus, den Style affordable, also bezahlbar zu machen und nicht zu plakativ zu sein. Klar gibt’s auch mal „Logo-Shirts“ – aber generell minimalistisch angehaucht.

So ich bin jetzt etwas von der Kernfrage abgedriftet. – Inspirationsquellen: Um mal ein paar zu nennen: Mr.Porter, oder auch Stylingvorbilder wie Scott Disick und David Beckham.

Kurz und knapp: Bevor man sich Inspiration holt, braucht man selbst ein gutes Grundverständnis für Farben – was passt überhaupt zusammen, ein Grundverständnis, welche Teile man unbedingt braucht, und dann ergänzend dazu Stylingvorbilder, andere Blogger oder Kombinationen in Online-Shops.

Warum, glaubst du, ist dein Account im Gegensatz zu vielen anderen so erfolgreich?

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Es gehört einerseits auch einfach Glück dazu: Ich habe auf meinen Bildern die richtigen Seiten getaggt und darauf einen Repost bekommen. Andererseits muss man etwas haben, was die anderen nicht haben. Ich glaube, ich habe bei meinem Style für jeden was dabei – von teuren Items bis zu bezahlbaren Labels. Jeder kann seine Nische bei mir finden. Natürlich auch die Art und Weise der Bilder – sicher auch Wiedererkennungswert.

Aber diese eine Formel gibt es natürlich nicht – bei manchen klappt es, bei anderen nicht.

Hat Instagram dein Leben verändert? Welche positiven oder auch negativen Erfahrungen hattest du bisher?

Ich denke, jeder Mensch erlebt viele positive und negative Situationen in seinem Leben. Was viele oft vergessen ist, dass ich auch nur ein normaler Mensch mit alltäglichen Problemen bin. Nur erscheint das auf Instagram nie.

Was mich jedenfalls immer wieder so bewegt und freut, sind die ganzen Nachrichten von Menschen, die man nicht kennt, die einem aber sagen, wie sehr man sie motiviert, inspiriert oder zum Besseren bewegt hat. Ich finde das nach wie vor unglaublich und will es nicht mehr missen, um ehrlich zu sein.

Wie viel Arbeit erfolgreiches Bloggen erfordert und welche Tipps Philipp von streetandgentle für euch hat, erfahrt ihr in Teil 2 des Interviews.








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