Forderung nach Tempolimit 100 km/h wird laut - für Bobby-Cars!

Marcel Paul


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Obwohl ich bereits lange dem Kindergarten-Alter entwachsen bin, fahre ich Bobby-Car. Nicht das kleine rote mit den weißen Felgen und dunklen Flüsterreifen, das bei den meisten sicherlich sofort vor dem inneren Auge auftaucht. Nein, mein Bobby-Car ist schwarz, hat grüne Räder, wiegt etwa 40 Kilogramm und rast mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h den Berg hinunter.

Warum ich das tue? Weil es Spaß macht! Weil für mich nichts in der Welt dieses Gefühl ersetzen kann, ganz flach an mein Fahrzeug gepresst die Umgebung an mir vorbeiziehen zu sehen und dabei das Adrenalin in meinen Adern zu spüren.

Die Entscheidung, Bobby-Car-Rennen fahren zu wollen, traf ich relativ früh in meiner Kindheit. Bereits als zwölfjähriger Junge habe ich mit einem Freund in der Garage immer wieder Rutschautos getuned. Wir haben die Original-Räder ab- und dafür andere angebaut, haben die Verkleidung neu lackiert oder aerodynamischer gestaltet und uns anschließend mit den Fahrzeugen steile Feldwege am Ortsrand hinab gewagt, um herauszufinden, ob unsere Veränderungen denn überhaupt etwas bewirkt hatten.

Da war mein erstes Bobby-Car-Rennen als Zuschauer natürlich ein riesiges Event. Männer, Frauen und selbst Kinder aller Altersklassen rasten in eine Motorrad-Kluft verpackt mit ihren modifizierten Fahrzeugen den Berg hinunter und weckten in mir den Wunsch, so etwas auch einmal auszuprobieren. Die Tüftelei gefiel mir ohnehin, da man seiner Kreativität nahezu freien Lauf lassen kann, solange das Fahrgestell ein Bobby-Car-Original ist. Das ich nur technisch interessiert war, wäre aber gelogen. Der Wunsch auf solch einen Geschwindigkeitsrausch verfolgte mich von diesem ersten Event an ständig.

Meine Mutter war vor allem ängstlich und viele meiner Freunde taten die Idee als „Kleinkindkram“ ab. Doch ich war begeistert, trainierte und tüftelte eifrig, nahm wann immer es ging an Rennen teil und hatte erste Erfolge. Aber auch von Rückschlägen blieb ich nicht verschont. Im ersten Rennen der Saison 2006 erwischte es mich: Es war ein regnerischer Tag und ich absolvierte bereits meinen vierten Lauf des Tages, als ich plötzlich mit 45 km/h in eine Absperrung einschlug. Die Diagnose daraufhin lautete: Bänderriss, mindestens 6 Wochen Krücken. Es war eben kein Kleinkinderkram, trotz Protektoren und dicker Lederkluft.

Glücklicherweise folgten auf Tiefpunkte auch stets Höhepunkte, und einer davon war die Testfahrt zum Festival of Speed im September 2012. Es war abends und die Straßen bereits ein wenig abgekühlt, als ich völlig unerwartet den seit drei Jahren bestehenden Geschwindigkeitsrekord um drei Stundenkilometer übertraf. Mit 115 km/h raste ich die Strecke hinunter und holte mir damit meinen allerersten Rekord.

Such dir einmal einen steilen Berg und fahr ihn mit deinem Fahrrad so schnell wie möglich herunter - natürlich nur nachdem du deine Bremsen getestet hast und nicht unbedingt in kurzen Hosen. Du wirst vielleicht 60 km/h erreichen und dir dann vorstellen können, was für ein unfassbar großartiges Gefühl die Rekordfahrt in mir auslöste.


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Mehr über Marcel Paul findest du in seinem Autorenprofil.
Die komplette Geschichte über Marcels Weg zum erfolgreichsten Bobby-Car-Rennfahrer aller Zeiten gibt es im Dreampions-Buch.
Du hast noch viel vor? Dann lies hier über "100 Dinge, die man tun sollte, solange die Zeit es erlaubt".


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