100 Dinge, die man tun sollte, solange die Zeit es erlaubt

Prince in concert, das Dream-Team live sehen - was steht auf deiner Liste?



100 Orte, die man sehen muss, bevor man stirbt.

Sobald man Begriffe wie „Traumorte“ oder „Traumreisen“ in die gängige Suchmaschine eingibt, kommt man schnell auf Ranglisten, die einem die schönsten Orte Deutschlands, Europas oder der Welt empfehlen. Einfach hinfahren, ansehen, abhaken und das nächste Ziel ins Visier nehmen, scheint das Motto zu sein. Lebenslisten sind schnell zu verdauen und einfach anwendbar. Sie sind in Mode, obwohl man sich fragen könnte, ob 5 Tage an einem besonders schönen Ort nicht besser sind als jeweils ein Tag an 5 dieser schönen Orte – obwohl ich dann nur einen Haken bekomme …



Aber das Abhaken der 100 Orte ist heute nicht mein Thema: Mir geht es um den Gedanken, dass ich die Orte einmal sehen muss, bevor ich sterbe. Ein trauriger Gedanke – aber noch so weit entfernt für mich. Ich bin noch jung und selbst wenn ich erst morgen beginne, die Liste der Traumorte abzuarbeiten, bleibt mir noch genügend Zeit. Und nächstes Jahr reicht auch noch, denke ich.

Bei Traumerlebnissen ist das interessanterweise anders: Der Gedanke, alles ist auch später noch möglich, gilt hier oft nur in der Theorie. Verlassen wir also die 100 Traumorte und beschäftigen uns mit hören statt reisen, Boston’s „More than A Feeling“ statt Boston in Massachusetts und Rihanna statt Rheinfall. Reden wir über traumhafte Konzerte.

Auf meiner Musikerliste konnte ich einige gute Haken setzen: Ich durfte Johnny Cash erleben, vielleicht nicht in seiner besten Zeit, aber als er wieder fit und drogenfrei war. Ich hörte die Beach Boys als auch die Wilson-Brüder noch so laut mitsangen, dass unsere ganze Stadt von ihnen beschallt wurde. Ich hörte Bon Jovi mit Richie Sambora und Kool & the Gang mit JT Taylor. Die meisten dieser Künstler sogar mehrmals. Ich erfüllte mir einen Traum und sah Les McKeown, den ehemaligen Sänger der Bay City Rollers – leider ähnelte er nicht mehr dem Idol meiner Kindheitstage, aber wir werden alle älter. Kris Kristofferson und Ian Gillan waren jenseits der 60, aber weiterhin ihr Eintrittsgeld wert und bekamen einen großen Haken auf meiner Liste. Nabucco durfte ich im Moskauer Bolschoi-Theater sehen und hören – und ich wundere mich nun mit euch über diesen vielfältigen Musikgeschmack.

Was hat diese Aufzählung mit dem Thema zu tun? Deutlich wird mir von Zeit zu Zeit, dass es für Traumerlebnisse bestimmte Zeitfenster gibt. Johnny Cash lebt nicht mehr, Bon Jovi tritt mit einem neuen Gitarristen auf und manche Künstler gehören einfach zu einer bestimmten Zeit. (Für Leser, die weniger musikinteressiert sind: Der Traum, die Großeltern auf eine gemeinsame Kreuzfahrt einzuladen, hat ebenfalls ein endendes Zeitfenster. Auch die eigenen Kinder verlieren schneller als einem lieb ist das Interesse an Fahrradtouren mit den Alten.)

Auf meiner Liste hatten (ganz früh) John Lennon, Michael Jackson und auch Udo Jürgens ihren Platz und auch sie sollten einen Haken bekommen – es kam nicht mehr dazu. So traurig es klingt, bei den Traumerlebnissen spielen andere Faktoren ein Rolle, nicht nur, dass du noch am Leben bist, um sie umzusetzen.


Wenn Menschen zurückblicken, bereuen sie nicht so sehr die Dinge, die sie getan haben, sondern diejenigen, die sie nicht getan haben. Mit meiner Konzertliste kann ich dies nur bestätigen. Dass ich für Cameo (One-Hit-Wonder mit „Word up“, Ältere mögen sich erinnern) vier Stunden im Auto saß, nur damit sein Konzert nach 45 Minuten beendet war, bereue ich heute nicht mehr, es ist eher eine lustige Anekdote geworden. Dass ich aber wenige Wochen später meine Tickets verkaufte, weil ich nicht nochmals vier Stunden diese Strecke fahren wollte, und dadurch Prince in seiner besten Zeit verpasste, das bereue ich heute zutiefst. Er gibt zwar wieder Konzerte und ich könnte den Haken für meine Liste noch bekommen – aber alles hat seine Zeit und ich konzentriere mich eher darauf, aktuelle Träume heute zu leben als die von gestern nachzuholen. Oder um es mit James Dean zu sagen, der es auf die Liste der zu treffenden Schauspieler geschafft hätte:

“Träume als wenn du ewig lebst, lebe als wenn dir nur noch dieser Tag bleibt.”


Bei welchem Traumerlebnis hast du die richtige Zeit genutzt? Schreib darüber in den Kommentaren oder schick uns deinen Artikel an kontakt@dreampions.de oder über unser Kontaktformular.







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Gabe3 schrieb:
Dreamteam habe ich leider nur im TV gesehen, würde ich mir heute nicht mehr entgehen lassen.
Gute Perspektive in dem Artikel.
Es kommt nicht darauf an, wann DU stirbst, sondern wann SIE sterben (dh deine Träume oder die damit verbundenen Personen)



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