Wie wird man eigentlich Schauspielerin?

Ida Kiefer über ihren Lebenstraum und wie man als Schauspielerin erfolgreich wird.


© Ida Kiefer

Ida Kiefer, geboren am 5. September 1982 in Russland, ist Schauspielerin und Model mit russisch-französischer Abstammung. Im folgenden Interview berichtet Ida über ihren persönlichen Weg zur Verwirklichung ihres Lebenstraums.

Wie würdest du deinen Lebenstraum beschreiben?
Mein Lebenstraum war schon immer der Film – in jeglicher Hinsicht. Schon als kleines Mädchen schnappte ich mir die Kamera meines Vaters. Damals war mir noch nicht bewusst, wohin das führen würde. Ich filmte einfach darauf los, ohne großartig darüber nachzudenken. Es machte mir sehr viel Spaß, etwas Eigenes zu erschaffen, innere Fantasien und Gedanken in Form von bewegten Bildern zu kreieren.

Was war dabei die größte Hürde auf dem Weg zu deinem Traum?
Ich denke, die größte Hürde für mich persönlich war, dass ich zu sehr auf andere Menschen gehört habe, anstatt mir selbst zu vertrauen. Mittlerweile bin ich selbstbewusst genug, um sagen zu können, dass ich alles schaffen werde – egal was ich mir vornehme. Das alles ist nur möglich, weil ich entschlossen daran glaube.

Wie bist du zur Schauspielerei gekommen?
Zunächst begann ich zu Modeln – eine Schulfreundin hatte mir damals geraten, es auszuprobieren. Ich war erst skeptisch, denn eigentlich suchte ich nur nach einem ganz normalen Job neben der Schule. Da man aber angeblich als Model sehr gut verdient, probierte ich es aus und stellte mich mit 14 Jahren das erste Mal bei einer Modelagentur vor. Durch das Modeln kam ich an meine erste Fernsehrolle: Nur ein Jahr später stand ich bei RTL vor der Kamera. So begann alles.

Der Aufbau des Sets und die vielen Leute die beteiligt waren, um einen Film oder eine Serie zu produzieren, überwältigten mich. Von da an war ich verliebt. – Es gab dann einfach keinen Plan B, weil ich es so sehr brauche wie die Luft zum Atmen.

Was war deine bisher herausforderndste Rolle?
Eine Rolle, die dich an deine Grenzen bringt und noch ein Stück weiter. Ich denke, ich spreche für alle passionierten Schauspieler, wenn ich sage, dass es mir nicht vorrangig um den Ruhm geht, sondern vor allem um die eigene Expression nach außen. Die Herausforderung, eine bestimmte Rolle anzunehmen und diese auch voll und ganz verkörpern zu können.

Ich erlebte das beispielsweise, als ich für „Aktenzeichen XY“ in die Rolle der Olessya schlüpfte – eine zweifache Mutter, die tot aufgefunden wurde. Olessya stellt eine Person aus dem echten Leben dar, und durch meine Recherchen habe ich damals sehr viel über sie gelernt. Es ist dann fast so, als würden Künstler und dargestellte Person miteinander verschmelzen. Durch die Rolle fängt man irgendwann an, selbst ein Teil dieser Person zu werden, und sei es auch nur vor der Kamera.

Wie wichtig ist deiner Meinung nach eine Schauspielausbildung?
Um eine wirklich gute und authentische Performance abzuliefern, braucht man keinen Lehrer. Es steckt bereits alles in einem drin, man muss es nur aus sich herauslassen. Es wird irgendwann zu einem inneren Drang, der unweigerlich nach außen will, sobald man sich selbst zugestanden hat, wozu man fähig ist.

Ist es für dich schwierig, eine Rolle nicht mit nach Hause zu nehmen?
Ich kann mittlerweile sehr gut wechseln zwischen mir und meiner Rolle. Wenn es „ACTION!“ heißt, bin ich der Charakter. Sobald die Kamera aus ist, gelingt es mir relativ schnell, wieder Ida zu sein. Es kommt aber auch mal vor, dass ich mich privat mit bestimmten Rollen auseinandersetze, da ich mich für die Geschichten dieser Menschen interessiere.

Wie bist du mit Menschen umgegangen, die deinen nicht unterstützt haben?
Der Weg war nicht immer leicht. Ich habe früher zu sehr auf Meinungen anderer Menschen gehört. Bei dem Wirrwarr an Meinungen kann man sich irgendwann selbst nicht mehr hören und reagiert nur noch auf die Umwelt. Früher war ich nicht so selbstbewusst und habe mir daher wenig Freiraum für mich selbst genommen. Heute ist mir das Feedback meiner Mitmenschen zwar wichtig, aber ich entscheide für mich selbst, ob mir diese Meinung weiterhilft oder nicht. Kritik ist wichtig und auch notwendig, aber man sollte sich dadurch niemals schlecht fühlen oder sogar anfangen, an seinem Traum zu zweifeln! Die Hauptsache ist, dass man am Ende des Tages auf sich selbst stolz sein kann.

© Ida Kiefer


Hast du jemals überlegt, deinen Traum gegen einen Beruf mit finanzieller Sicherheit auszutauschen?
Neben der Schauspielerei und dem Film habe ich natürlich mehr als nur ein Interessengebiet. Deshalb hörte ich damals auf meine Oma und erlernte den Beruf der Fachinformatikerin – falls es mal keine rosigen Zeiten gibt. Ich muss sagen, es hat mir nicht geschadet. Ich bin generell sehr technikaffin und froh darüber, dass ich diesen Weg gegangen bin. Zwischenzeitig gab es auch Jobs, die ich nur aus finanziellen Gründen gemacht habe. Heute könnte ich mir das nicht mehr vorstellen. Bevor ich etwas mache, was mir keinen Spaß macht, verzichte ich lieber.

Hast du Vorbilder und Mentoren, die dich inspirieren? Wenn ja, in welcher Form?
Der Philosoph Alan Watts und der russische Physiker Vadim Zeeland verfügen über eine Weisheit, die mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Beide haben zwar nichts mit der Schauspielerei zu tun, sie geben mir dennoch viel Kraft und Zuversicht in Momenten, in denen ich ans Aufgeben denke oder nicht mehr weiter weiß. Selbstentwicklung und Wachstum ist ausschlaggebend für unsere Existenz.

An welche Erlebnisse auf deinem Weg erinnerst du dich gerne zurück?
An alle Momente! Egal, ob sie anstrengend, gut, schön oder nervig waren. Die Erfahrung war es für mich wert und hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Dafür bin ich sehr dankbar.

Welchen Ratschlag würdest du Menschen geben, die ebenfalls vom Schauspieler-Beruf träumen?
Üben, üben, üben. Vor dem Spiegel, in der U-Bahn – egal wo, egal wann. Denkt euch eine Rolle aus, die ihr gerne verkörpern wollt, und spielt diese im privaten Leben. Lebt diese Person! Macht euch nicht verrückt, wenn ihr keine Rollen bekommt. Dreht einfach eigene Videos. Spielt, seid ausgelassen, lebt das Leben. Der richtige Weg wird sich euch schon zeigen. Seid sicher, dass es auch das ist, was ihr wirklich wollt. Geht tief in euch hinein und überlegt, ob es wirklich euer Traum ist oder ihr vielleicht etwas Falschem hinterherjagt. Alles andere kommt von selbst. Gebt euren Weg nicht auf, egal was alle anderen sagen.

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