Die 4 Phasen einer Krise

Verstehe deine eigenen Reaktionen und du wirst das Tal durchschreiten.


© Andrey Kuzmin

Auch der beste Plan und das aufregendste Projekt ist nicht vor ihr sicher: die Krise. Kurz vor der Abreise in den Traumurlaub das Bein gebrochen? Der sicher geglaubte erste Kunde nach dem Schritt in die Selbständigkeit ist kurzfristig abgesprungen? Das Hilfsprojekt, an dem du monatelang gearbeitet hast, ist an bürokratischen Hürden gescheitert?

Auslöser für Krisen gibt es unendlich viele und nicht selten liegen sie außerhalb unserer Kontrolle. Doch so vielfältig die Gründe auch sein mögen, der Verlauf einer Krise ist fast immer gleich. Meist durchläufst du dabei vier verschiedene Phasen.

1. Phase der Verleugnung
In der ersten Phase willst du die Krise gar nicht wahrhaben. Du verleugnest das Problem und fühlst dich dennoch leer. Es ist wie ein Schock, der erst einmal wirklich realisiert werden muss. Diese Phase dauert zwischen ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen, im Extremfall Wochen, und meist kannst du dich hinterher gar nicht an sie erinnern. Du bist wie versteinert und nicht wirklich handlungs- und entscheidungsfähig. – Es kann doch nicht sein, dass der Kunde wirklich abspringt, du hattest doch schon eine mündliche Vereinbarung.

2. Phase der großen Emotionen
Diese Phase beginnt, wenn du realisierst, dass die Krise wirklich da und nicht mehr zu leugnen ist. Jetzt brechen meist die großen Gefühle aus dir heraus. Wut, Angst, Schmerz, Schuldgefühle, Selbstzweifel – es bleibt nichts aus. Die Gefühle sind schwer zu ertragen und lassen ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit zurück. Die Krise erreicht nun ihren Höhepunkt. Alles scheint aussichtslos in Anbetracht der Probleme. – Du hättest diesen idiotischen Schritt in die Selbständigkeit nie gehen sollen, jetzt ist alles zu spät.

3. Phase der Bearbeitung
In der dritten Phase kehren langsam die Lebensgeister zurück und du beginnst, die Krise zu akzeptieren. Du fängst an, aktiv nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Vielleicht erkennst du sogar einen Sinn in der Krise. Du verabschiedest dich von den alten Plänen, Angewohnheiten und Überzeugungen und suchst nach Alternativen, die zu deiner neuen Situation passen. – Du erkundest Möglichkeiten, mit deinem Angebot auf neue Kundengruppen zuzugehen.

4. Phase des neuen Gleichgewichts
Jetzt probierst du die möglichen Lösungen aktiv aus und nimmst dein Leben und deinen Weg wieder selbst in die Hand. Du wendest dich mit neuem Optimismus und neuer Energie neuen Plänen zu. Vielleicht entstehen jetzt andere Gewohnheiten und Freundschaften und unentdeckte Wege werden sichtbar. Allmählich pendelst du dich wieder in deiner Mitte ein und findest ein neues Gleichgewicht. Die Krise ist überwunden. – Du erkennst in Gesprächen, dass es eine spannende und attraktive Nische für dich gibt, die du ohne den Absprung des ersten Kunden vielleicht nie gefunden hättest.

Es ist ein harter Weg, dieses Krisen-Tal zu durchschreiten. Du musst viel aushalten und durchmachen. Doch nun die gute Nachricht: Wenn du dir der vier Phasen deiner Krise bewusst bist, kannst du dich bewusst der dritten und vierten Phase zuwenden und so die Krise schneller bewältigen. Statt dich in Ärger und Selbstmittleid hineinzusteigern, kannst du aktiv nach Lösungen suchen. Auch wenn es sich noch nicht so anfühlt, kannst du dir vor Augen führen, dass die schwierige Situation wahrscheinlich einen Sinn hat und dass du mit neuen Ideen daraus hervorgehen wirst.

Ja, eine Krise erfordert viel Kraft und ihre Überwindung kostet Mut. Doch sie ist immer auch eine Chance für etwas Neues. Schwierigkeiten, Rückschläge und Krisen warten auf jeden von uns hin und wieder. Doch es ist auch ein Anstoß innerlich zu wachsen. Im Nachhinein erkennst du oft, dass du stärker, klarer und reifer geworden bist.

Es hat sicher gute Gründe, dass in China das gleiche Schriftzeichen für Krise und Chance steht.










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