Sportliches Karriereende - was nun?


© Kent Smith

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Die Rente mit 35 – was nach einer unrealistischen Forderung klingt, um die Arbeitslosenstatistik zu verbessern, ist für Profis in vielen Sportarten Realität und Herausforderung zugleich. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem der Körper den Anforderungen auf höchstem sportlichen Niveau nicht mehr gewachsen ist und die Schuhe an den sprichwörtlichen Nagel gehängt werden.

Die Frage ist dann: Was nun? Im bekannten Umfeld bleiben und Trainer oder Manager werden? Ein Studium abschließen und etwas ganz Anderes beginnen? Oder nach vielen Jahren des Erfolgs etwas zurückgeben? Sportler sind nur ein Beispiel für eine von vielen Berufsgruppen, in denen sich Menschen nach einiger Zeit denken, dass sie andere gerne auf deren Weg unterstützen würden. Doch viele fragen sich:

Was habe ich überhaupt zurückzugeben und wer würde sich dafür interessieren?


Dreampions-Autorin Linda Fröhlich ist eine der besten deutschen Basketballspielerinnen aller Zeiten und sie konnte über viele Jahre ihren (ersten) Traum leben, indem sie mit ihrem Hobby Geld verdiente. Nach einer herausragenden Karriere am College in Las Vegas spielte sie in der US-amerikanischen Profiliga und in allen großen Ligen Europas. Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn entschied sie sich dafür, ihre Fähigkeiten und Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben und insbesondere benachteiligte Kinder auf deren Weg zu unterstützen. Sie wurde zu einer Traumpatin.

Die Inhalte, die sie weiter- und zurückgibt, sind individuell und auf den Sport bezogen. Die Prinzipien allerdings sind allgemein anwendbar und werden von Unternehmern, Wissenschaftlern oder Künstlern in ähnlicher Form angewendet, um jungen Menschen zu helfen:

1. Weitergabe von Fähigkeiten
Individual-Unterricht erschien Linda anfangs als die beste Lösung, da eine ihrer Stärken eine exzellente Technik war. Sie fing also damit an, jungen Spielerinnen Einzeltraining anzubieten und die Fähigkeiten, die sie früher erfolgreich gemacht hatten, anderen beizubringen.

2. Schaffung von Möglichkeiten
Die Nachfrage wuchs und schnell merkte Linda, dass es ihren Schülerinnen an einer Plattform fehlte, wo sie ihr neues Wissen anwenden konnten. Ihnen fehlte dringend die nötige Spielpraxis. Also baute sie ihre ‚Skills Academy‘ zu einer Vereinsstruktur aus und bot den Mädchen dadurch die Möglichkeit, sich bei Turnieren gemeinsam präsentieren zu können.

3. Vermittlung von Erfahrungen
In Lindas Karriere gab es viele gute Zeiten und einige weniger gute. Es war eine harte Schule, durch die sie gehen musste. Insgesamt spielte sie neun Jahre lang in Top-Teams verschiedenster Länder Europas sowie vier Saisons in der WNBA. Sich in immer neue Teams einzuleben und mit neuen Kolleginnen zurechtzukommen ist eine prägende Herausforderung. Alle paar Monate in einer anderen Großstadt zu leben und zumindest Bruchstücke einer neuen Sprache zu lernen, gab Linda ein besonderes Gefühl von der Vielfältigkeit der Welt – Erfahrungen, die sie ihren Spielerinnen weitergeben möchte, die bisher kaum mehr als ihren Heimatbundesstaat gesehen haben.

4. Individuelle Unterstützung
Den Weg zu ihrem Traum beginnen Menschen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen und sie brauchen deshalb die zu ihrer Situation passende Unterstützung. Linda hat es sich besonders zum Ziel gesetzt, auch sozial schwächer gestellten Mädchen die Teilnahme an der Academy zu ermöglichen und ihnen dort besonders zu helfen.

So tragen zahlende Mitglieder die Beiträge für sozial schwächer gestellte Mädchen mit, sponsorn sie sozusagen. So entsteht eine Chancengleichheit, egal aus welcher Gesellschaftsschicht die Kinder stammen. Zudem kommen manche Mädchen mit großen Problemen in die Academy: Häufig ist die Scheidung der Eltern ein Thema oder Drogenabhängigkeit in der Verwandtschaft. Basketball an sich wird sekundär und die Mädchen erhalten auch die Möglichkeit, sich mit Pädagogen zu unterhalten.

5. Einbringen von Kontakten
In ihrer aktiven Zeit hat Linda genügend Kontakte geknüpft, um den Spielerinnen jetzt eine Vielzahl von Optionen bieten zu können. So organisiert sie sogenannte ‚Exposure Camps‘, in denen ihre Schülerinnen die Chance bekommen, sich eingeladenen Coaches zu präsentieren. So können sie den Stein ins Rollen bringen, um durch den Sport eine Universitätsausbildung zu bekommen.

6. Weitergabe von Werten und als Vorbild agieren
Für Linda ganz oben steht die Charakterbildung - die Entwicklung und Weitergabe von gesellschaftlichen Werten. Sie sagt: „Mich interessiert es nicht, ob eine Spielerin 100 Punkte erzielt, wenn sie als Person ein Ekel ist. Ich glaube daran, dass Basketball den Spielerinnen helfen soll, sich auf das Leben „nach dem Sport“ vorzubereiten. Wir fördern, dass sie durch die Teilnahme am Sport zu einer besseren Person werden. Etwas anderes wird bei uns nicht akzeptiert.“

6 Methoden und Inhalte, um anderen Menschen etwas weiterzugeben und ihnen dadurch auf ihrem Weg zu helfen – welche passt zu dir?


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Wer waren deine Traumpaten und wie haben sie dir geholfen? Wenn du einem Menschen, der deinen Weg unterstützt hat, danken möchtest, schick uns deinen Beitrag an kontakt@dreampions.de






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Travelfan1 schrieb:
Sehr guter Artikel und Linda gibt da ein tolles Beispiel.
In der Öffentlichkeit wird meiner Meinung nach zuviel Wert auf finanzielle Unterstützung durch Spenden etc gelegt. Persönlich etwas zurück zu geben kann eine viel größere Wirkung haben und ist zudem auch für einen selbst befriedigender.
Besonders Punkt 6 ist wichtig - heutzutage brauchen Jugendliche und Kinder wirkliche Vorbilder.
Ich erinnere mich noch gut an meinen Grundschullehrer, der viele Werte herüberbrachte, ohne dass es uns 8-jährigen wohl bewusst wurde. Lehrer, Trainer und Eltern können da viel richtig (und viel falsch) machen!



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